Die Pflegeberatung
Krankenkassenversicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, haben einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch einen Pflegeberater. So bleiben betroffene Familien auch in schwierigen Zeiten nicht allein. Bei Bedarf koordinieren die Pflegeexperten die Organisation der notwendigen Leistungen für den Pflegebedürftigen. Die Pflegeberater kennen Leistungserbringer, niedrigschwellige Betreuungsangebote und ehrenamtliche Anbieter vor Ort und können diese in die Versorgungsplanung mit einbinden. Sollte die Pflege zu Hause nicht mehr möglich sein, unterstützen die Pflegeberater bei der Auswahl weiterer Alternativen, wie die Suche nach geeigneten stationären Einrichtungen. Auf diesem Weg erhält jeder Pflegebedürftige eine an seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung.
Der Anspruch auf Pflegeberatung beinhaltet auch die Unterstützung zu allen Fragen rund um die Hospiz- und Palliativversorgung. Die Pflegeberater informieren die Versicherten über die Leistungen der jeweiligen Krankenkasse sowie zu den verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten und Einrichtungen der Palliativpflege sowie Hospize.

Pflegebedürftigkeitsbegriff, Begutachtungsinstrument und Pflegegrade

Bisher bezog sich der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor allem auf körperliche Beeinträchtigungen. Mit dem neuen Gesetz erhalten nun auch Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie demenziell erkrankte Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. Grundlage dafür ist ein neues Begutachtungsinstrument. Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich dann nicht mehr daran, wie viel Zeit ein Mensch am Tag an Hilfe benötigt, sondern im Wesentlichen daran, wie selbstständig der Alltag bewältigt werden kann und wie viel Unterstützung dafür notwendig ist.

Für die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit sind nach der neuen Begutachtungsweise sechs Bereiche relevant:

• Mobilität
• kognitive und kommunikative Fähigkeiten
• Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
• Selbstversorgung
• Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder
therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
• Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Aus den genannten Bereichen lässt sich der Grad der Selbstständigkeit ableiten. Wie pflegebedürftig jemand ist, spiegelt sich dann in fünf Pflegegraden statt in drei Pflegestufen wider. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto mehr ist der Mensch in seiner Selbstständigkeit beeinträchtigt und auf Unterstützung angewiesen.

Ab 1. Januar 2017 gelten die folgenden Beträge für Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden.

LeistungPflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Pflegegeld---*316,00 €545,00 €728,00 €901,00 €
Pflegesachleistung---*689,00 €1.298,00 €1.612,00 €1.995,00 €
Teilstationäre Pflege---*689,00 €1.298,00 €1.612,00 €1.995,00 €
Entlastungsbetrag125,00 €125,00 €125,00 €125,00 €125,00 €
Kurzzeitpflege, jährlich---*1.612,00 €1.612,00 €1.612,00 €1.612,00 €
Verhinderungspflege, jährlich---1.612,00 €1.612,00 €1.612,00 €1.612,00 €
zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel40,00 €40,00 €40,00 €40,00 €40,00 €
Vollstationäre Pflegeleistungen125,00 €770,00 €1.262,00 €1.775,00 €2.005,00 €

*) Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen, der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat nutzen. Monatlich nicht verbrauchte Beträge können innerhalb eines Kalenderjahres angespart und bis zum 30. Juni des Folgejahres verbraucht werden.